Übungswochenende
Morgens um 10 Uhr begann unser Dienst wie immer: Wir versammelten uns zur Anwesenheitskontrolle auf dem Garagenvorplatz. Unsere Jugendbetreuer stellten uns die Ausbilder für den Tag vor und erzählten uns, dass wir im laufe des Tages die verschiedenen Arten der Verletzten-Rettung lernen würden.
Also machten wir uns daran in Gruppen mit jeweils 6 Junghelfern an den Stationen das Einbinden von Verletzten auf der Trage und dem Schleifkorb zu üben. Um dieses dann praktisch anzuwenden, wurden auf dem Unterkunftsgelände an den verschiedensten Stellen Helfer gelegt. die wir einbinden und zur Sammelstelle bringen mussten. Während wir draußen übten bereitete unser Küchenteam ein leckeres Mittagessen zu.
Nachdem wir uns bei Putengulasch, Nudeln und Erbsen mit Möhren ordentlich gestärkt hatten, ging es wieder raus auf den Hof. dort erklärte uns Armin verschiedene Techniken, wie man allein einen Verletzten aus unwegsamen Gelände retten kann. Während wir dabei waren dies praktisch zu üben, hörten wir über die Durchsageanlage plötzlich Sirenen-Alarm und die Durchsage, dass sich die Junghelfer sofort Einsatz-Bereitschaft herzustellen hätten. Wir taten, wie uns geheißen und stellten uns unverzüglich in Gruppen-Formation auf dem Garagen-Vorplatz auf. Stephan Schumm kam dazu und verlas uns unseren "Einsatz-Auftrag" in dem es hieß wir müssten nach einer Gas-Explosion nach Bonn-Beuel fahren um dort Verletzte zu suchen und retten. Wir besetzen die im Einsatz-Auftrag genannten Fahrzeuge und wurden von den Kraftfahrern des Ortsverbandes nach Bonn-Beuel auf das Übungsgelände des dortigen Ortsverbandes gebracht. Die Passanten in den umliegenden Straßen staunten nicht schlecht, als ihnen fünf THW-Fahrzeuge in einer Kolonne mit Blaulicht begegneten.
Auf dem Übungsgelände erfuhren wir, dass mind. vier Personen vermisst würden. Also machten wir uns gruppenweise an die Arbeit und auf die Suche nach den Verletzten. Dies war gar nicht so einfach, da das Gelände sehr weitläufig und teilweise unterkellert ist. Der Vorbereitungstrupp hatte sich einiges einfallen lassen und realistisch aussehende "Verletzte" in den Tunnelröhren, im Gestrüpp sowie auf dem Übungsturm postiert. Als wir mitten in der Bergung der Verletzten waren kam eine Lautsprecherdurchsage, dass es zu einem erneuten Gasaustritt gekommen sei und wir das Gelände sofort verlassen müssen. Wir sind daraufhin mit den Fahrzeugen zu einem Bereitstellungsraum gefahren und haben auf "Entwarnung" gewartet. In der Zwischenzeit hatte der Vorbereitungs-Trupp weitere Verletzte postiert.
Als wir erneut in unserem Einsatzgebiet ankamen, wurde es mittlerweile dunkel. Wir haben daraufhin die Fachgruppe Beleuchtung unseres Ortsverbandes nachalarmiert. Diese Rückte mit ihrem Gerätekraftwagen und Anhänger mit Lichtmast an und sorgte dafür, dass wir trotzdem auf einem taghellen Übungsgelände weiter arbeiten konnten. Nachdem alle "Verletzten" gerettet und versorgt waren, fuhren wir diesmal in einer noch größeren Kolonne wieder zurück nach Siegburg. Dort angekommen hieß es erst mal die Fahrzeuge wieder einsatzbereit in die Fahrzeughalle zu stellen. Für das gemeinsame Abendessen mit allen Helfern hatte unser Küchenteam Leberkäse und Kartoffelsalat vorbereitet.
Den Abend ließen wir in geselliger Runde ausklingen und bauten uns in den verschieden Räumen der Unterkunft für die Nacht die Feldbetten auf. Am Sonntagmorgen ging es dann nach einem ausgiebigen gemeinsamen Frühstück an’s Aufräumen der Unterkunft. Zum Abschluss des Wochenendes trafen wir uns alle im Unterrichtsraum zur Abschlussbesprechung. Wir fanden es alle ein gelungenes Wochenende, an dem wir viel gelernt haben.
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